Kunst- & Kulinarisches
In Kürze erscheint die Ankündigung unseres Programms für Kunst & Kulinarisches in 2012.
Ein Nachruf auf die Veranstaltung vom 8.10. 2011 zum 140. Geburtstag von Christian Morgenstern
Der Flügelflagel gaustert durchs Herrenhaus Buchholz
Den Abschluss der vom Kulturkreis Alfter e.V. veranstalteten Kulturtage 2011 bildete am vergangenen Samstag die Veranstaltung „Kunst und Kulinarisches“ im neueröffneten Herrenhaus Buchholz in Alfter. Wer sich rechtzeitig eine Karte reserviert hatte (die Veranstaltung war bereits ausverkauft, noch bevor alle Plakate geklebt waren), wurde zunächst von der Vorsitzenden Eugenie Hellmann in den Diplomatensaal geführt und dort mit einem leckeren Hauptgang bestehend aus Schweinebraten mit frischen Pfifferlingen und Laugenbrezelserviettenknödel verwöhnt; dazu einen Pfälzer Weißwein oder Badener Rotwein. Während die Gäste munter schlemmten, bereiteten sich im Beethovensaal die beiden Schauspielerinnen Anika Brockmann und Elke Irene Scheuffele vom Ensemble Lautspuren auf den künstlerischen Teil des Abends vor. Der Kulturkreis Alfter hat es sich zur Aufgabe gemacht, jedes Jahr den Jahrestag einer berühmten Persönlichkeit mit einer Aufführung zu ehren. Das Ensemble Lautspuren hat sich dafür mit dem Dichter Christian Morgenstern auseinandergesetzt, dessen 140. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern.
Fröhliche Leichtigkeit
Der Inszenierung wohnte dank der intensiven Zusammenarbeit von Regisseur und Schauspielerinnen eine fröhliche Leichtigkeit mit viel Humor, zugleich aber auch ein tiefer Ernst inne. Der begeisterte Applaus ließ erahnen, wie sehr das Publikum sowohl die Kunst als auch das Kulinarische genossen hat.
Ihr einstündiges Programm nennt das Ensemble Lautspuren „Der Flügelflagel gaustert“ und hat unter der kreativen Regie von Marcus Pickering ein dichtes, vielschichtiges Netz aus Gedichten, Texten und biographischen Stationen des Dichters gewebt, welches von den beiden Darstellerinnen mit einer großen Vielfalt an Sprache und Tonfall, Mimik und Gestik auf die Bühne gebracht wird. Gedichte und Briefe aber auch Autobiographisches, sei es aus den „Galgenliedern“ oder aus „Wir fanden einen Pfad“, wurde in wechselnden Szenen und von verschiedensten Standpunkten aus lebendig. Mit ungewöhnlichen Einfällen und ihrer Begeisterungsfähigkeit zogen Anika Brockmann und Elke Irene Scheuffele die Zuschauer in ihren Bann. Bis zum Schluss spannend: Aus einer schwarzen, beweglichen Truhe erschienen immer wieder aufs Neue ungewöhnliche Requisiten wie sämtliches Zubehör für Riesenseifenblasen oder in geheimnisvollem Schwarzlicht kräftig aufleuchtende Wäschestücke, die „wie in einem sonderbaren Traum“ die zuvor kreuz und quer durch den Raum gespannten Leinen und Schnüre bevölkerten...
